Autodidaktisches Lernen – Wie ich mir drei neue Sprachen beibringen will

Selbstständiges Lernen will gelernt sein! Ein Autodidakt zu sein bringt manchmal so einige Hürden mit sich. Lange Zeit konnte ich mit dem Begriff „Autodidakt“ nicht so viel anfangen, einfach weil ich immer dachte, dass man sich doch sowieso immer alles selbst lehrt – niemand legt einem das Wissen in den Kopf. Und ob man das Wissen jetzt von einer Person an einer Tafel vorgetragen bekommt oder aus einem Buch zieht ist doch im Endeffekt egal.

Mittlerweile habe ich den Begriff für mich anders definiert. Für mich bezieht er sich vor allem darauf, sich im Selbststudium etwas wirklich beibringen zu wollen. Nichts was irgendwie im Lehrplan der Schule, Uni oder Ausbildungsstätte steht sondern eine Fähigkeit, die man sich aneignen will aus welchem Grund auch immer. Und das ohne klassischen (!) Unterricht sondern in einem selbst organisierten Studium.

Wenn ich so zurückblicke, gab es schon immer einige Dinge, die ich mir so beigebracht habe – zum Beispiel Malen (mittlerweile studiere ich das aber ganz klassisch) oder auch Gitarre spielen und seit neustem auch die Amerikanische Gebärdensprache. Jetzt sind noch Japanisch und Französisch mit auf die Liste gerutscht – und genau aus dem Grund will ich mich mit dem Konzept des Autodidaktischen Lernens auseinandersetzen. Ich will wissen, was die besten Möglichkeiten sind, sich neues Wissen anzueignen und dieses auch zu behalten!

Ich meine wie toll ist es mittlerweile, dass wir durchs Internet quasi Zugang zu allem Wissen dieser Welt haben? Trotzdem nutzen wir es kaum und lernen oft nur das was wir müssen.

Meine persönliche Liste ist soooo lang an Dingen, die ich gerne können würde und ich bin mir sehr sicher, dass eigentlich jeder mindestens diese eine Sache hat, die die Person schon seit Ewigkeiten angehen will. Gerade bei Musik kommt dann zum Beispiel oft das Geld ins Spiel, da Stunden wirklich extrem teuer sein können. Alleine daher musste ich mir Gitarre spielen damals selbst beibringen – Das Problem ist, dass ich komplett ohne Plan in die Sache reingesprungen bin und im Endeffekt sind mir nur noch ein paar einzelne Songintros und Akkorde geblieben, die ich beherrsche.

Auch bei der Gebärdensprache bin ich gerade an einem Punkt, an dem ich das Gefühl habe, nicht mehr weiter zu kommen. Und ich glaube das liegt einfach daran, dass ich gar nicht so richtig weiß, wo ich (in der speziellen Lerneinheit) eigentlich hin will. Deswegen arbeite ich gerade einen Plan aus, wie ich mir Sprachen am besten im Selbststudium beibringen kann.

Was ich wirklich bei egal welchem Thema wichtig finde sind die Hintergrund Infos. Bevor du dich reinstürzt und die ersten willkürlichen Vokabeln lernst, mache dich doch vielleicht erst mal über die Sprache an sich sowie das Land schlau. Gerade bei Nicht Indogermanischen Sprachen wie zum Beispiel auch Japanisch oder der American Sign Language ist es wirklich auch von Vorteil zu wissen, wie die Sprache überhaupt aufgebaut ist. Und bei Instrumenten sollte man sich vielleicht zuerst die verschieden Modelle anschauen, vielleicht ein bisschen Geschichte und vor allem die Funktionsweise.

Danach denke ich macht es Sinn, wie in jedem anderen Bereich auch, sich die Arbeit in machbaren Blöcken einzuteilen. Zum Beispiel habe ich in einem Video gehört, dass schon die 1000 wichtigsten Wörter einer Sprache reichen, um „fortgeschrittenere“ Konversationen zu führen. Und diese 1000 Wörter findet man zum Beispiel für fast jede Sprache im Netz.
Das wäre der erste große Block, den man dann noch weiter unterteilen kann in „Vokabeln zu Familie/Freunde, Farben, Gesundheit etc“.

Und genau diese kleineren Blöcke sollen dann verhindern, dass man an einen Punkt kommt, an dem ich gerade bin – dass man mit der Menge so überfordert ist, dass man nicht weiß, wo man weitermachen soll.

Bei ASL und Japanisch stehen vor den 1000 Vokabeln natürlich noch das Alphabet an sich und auch die Grammatik sollte man wahrscheinlich immer mal wieder parallel in Lerneinheiten einbauen. Auch hier immer in abhakbare Blöcke wie zum Beispiel „Klassischer Satzbau“ und “Präsens und Präteritum“ einteilen!

Der wichtigste Punkt als Autodidakt ist wahrscheinlich die Motivation und Disziplin. Man hat niemanden, der einen mit schlechten Noten betraft, wenn man mal zwei Wochen nicht lernt. Gleichzeitig gibt es kein richtiges festes Ziel, wie zum Beispiel den Tag, an dem man sein Abschlusszeugnis in der Hand hält. Es ist ein ewig währender Prozess, der aber besonders im Anfang sehr viel Arbeit und Nerven kosten wird.

Egal was du lernen willst, es wird früher oder später der Punkt kommen, an dem du das Gefühl hast, dass du nicht mehr weiter kommst. Dass du wahrscheinlich einfach nicht genug Talent für diese Sache hast, aber weißt du was – Talent ist Bullshit. Du kannst theoretisch alles lernen! Den besagten Punkt habe ich damals beim Gitarre spielen beispielsweise nie wieder überschritten und bin dadurch heute noch auf dem Stand wie vor sieben Jahren. Wahrscheinlich noch schlechter. Die Gedanken in Richtung „Ich werde das nie lernen“ und „Ich hab einfach von Natur aus kein Rhythmus Gefühl“ haben mich im Endeffekt zum Aufgeben gebracht, worüber ich mich heute wirklich sehr ärgere. Deswegen steht Gitarre lernen neben den besagten Sprachen auch noch sehr weit oben auf der Liste und ich hoffe, dass ich mir bald wieder eine zulegen kann.

Ich glaube Wissen und Lernen ist etwas sehr Wertvolles und wir sind einfach nicht drauf angewiesen, dass es uns jemand anderes vorkaut und vorschreibt. Und wenn es etwas gibt, was man gerne können würde, führt kein Weg daran vorbei sich auf irgendeine Weise damit auseinander zu setzen.

Wie siehst du das Ganze Thema? Bringst du dir gerade was selbst bei und wenn ja wie? Oder träumst du auch nur schon seit Ewigkeiten von dieser einen Sache? Wahrscheinlich wird es hier in nächster Zeit ein paar Posts zu dem Thema geben, vielleicht auch spezifischeres zu Japanisch und ASL 🙂

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