Rezension „The Brain“ von David Eagleman – Ein Jahreshighlight 2019?

Die Überschrift verrät es wohl schon… dieses Buch hat mich extrem begeistert.


Die Hirnforschung macht rasante Fortschritte, aber nur selten treten wir einen Schritt zurück und fragen uns, was es heißt, ein Lebewesen und Mensch zu sein. Der renommierte Neurowissenschaftler David Eagleman nimmt uns mit auf die Reise durch das Gewirr aus Milliarden von Hirnzellen und Billionen von Synapsen – und zu uns selbst. 

Das sonderbare Rechengewebe in unserem Schädel ist der Apparat, mit dem wir uns in der Welt orientieren, Entscheidungen treffen und Vorstellungen entwickeln. Seine unendlich vielen Zellen bringen unser Bewusstsein und unsere Träume hervor. In diesem Buch baut Bestsellerautor David Eagleman eine Brücke zwischen der Hirnforschung und uns, den Besitzern eines Gehirns. Er hilft uns, uns selbst zu verstehen. Denn ein besseres Verständnis unseres inneren Kosmos wirft auch ein neues Licht auf unsere persönlichen Beziehungen und unser gesellschaftliches Zusammenleben: wie wir unser Leben lenken, warum wir lieben, was wir für wahr halten, wie wir unsere Kinder erziehen, wie wir unsere Gesellschaftspolitik verbessern und wie wir den menschlichen Körper auf die kommenden Jahrhunderte vorbereiten können.

Klappentext

Erster Eindruck
Das Gehirn ist jetzt erstmal ein Thema, welches nicht so übermäßig spannend klingt. Und das obwohl es so unglaublich faszinierende Dinge vollbringen kann und dabei „nur“ ein großer, glibbriger Haufen grauer Zellen ist.
Trotzdem ist der Einstieg in dieses Sachbuch so weich und spannend, dass ich direkt zu Beginn Schwierigkeit hatte, es wieder zur Seite zu legen. Es werden viele Beispiele genannt – zum Beispiel Kinderheime in Rumänien, verschiedene Amokläufe – von denen man schon gehört hat aber bei denen man sich noch keine Gedanken darüber gemacht hat, was bei den betroffenen Menschen wohl im Gehirn passiert ist.

Gliederung
Das Buch ist in sechs große Überkapitel unterteilt, welche wiederum selbst in sehr kurze Kapitel geteilt sind.

  • Wer Bin ich?
  • Was ist die Wirklichkeit?
  • Wer sitzt am Steuer?
  • Wie entscheide ich?
  • Brauche ich dich?
  • Wer werden wir sein?

Das Kapitel über die Wirklichkeit und die Entscheidungen hatten für mich wirklich einige Mindblown-Momente. Nach fast jedem einzelnen Unterkapitel hatte ich das Bedürfnis mit anderen darüber zu reden – was ich meist auch getan habe – weil da teilweise so unglaubliche Dinge drin stehen.

Leseerlebnis
Der Schreibstil ist für so ein Thema genau richtig gewählt. Viele rhetorische Fragen und kleine Witze bringen immer wieder das gewisse Etwas in ein an sich recht trockenes Thema. Auch die anschaulichen Beispiele und die vielen Bilder tragen enorm dazu bei. Generell schafft es der Autor perfekt, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren – kein langes Ausschweifen und keine unnötigen Beispiele. Die einzigen Kapitel, die sich für mich etwas gezogen haben, waren zu Themen, zu denen ich vorher schon einiges gelesen und gehört habe.
Daher würde ich das Buch auch keinen absoluten Vollprofis auf dem Gebiet empfehlen – wobei es dann immer noch eine anschauliche und unterhaltsame Zusammenfassung der aktuellen Forschung sein könnte. Denn genau das ist das Buch. Dazu noch extrem gut verständlich für Laien auf dem Gebiet erklärt.

Wahrscheinlich ist es viel zu früh sowas schon zu sagen, aber ich weiß, dass das Buch jetzt schon in meinen Top3 für 2019 gelandet ist. Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß an einem Sachbuch und vor allem hab ich dadurch das Gefühl, dass das Wissen daraus auch wirklich hängen geblieben ist und nicht nächste Woche (oder sogar direkt nach dem Lesen) schon wieder fast verschwunden ist.

Für mich ist es eine klare Empfehlung an alle Personen, die sich gerne mit dem eigenen Selbst beschäftigen und wissen wollen warum man manchmal so handelt, wie man handelt. Aber auch für alle, die sich einfach für diesen faszinierenden Zellhaufen hinter unserer Stirn interessieren – der unser komplettes Ich bestimmt und gerade möglich macht, dass du diese Wörter hier ohne Anstrengung liest.

The Brain | David Eagleman | 224 Seiten | 6.03.17 Pantheon Verlag

Werbung: Es handelt sich um ein Rezensionsexemplar. Danke dafür an Randomhouse!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.