Rezension „She’s So Boss“ von Stacy Kravetz – Und ein persönliches Update

Huiii, hier war es einige Monate sehr ruhig! Letztes Jahr hatte ich immer wieder Unterbrechungen die sich gegen Ende hin immer mehr gehäuft und verlängert haben – äquivalent zu meiner psychischen Gesundheit. Bis dann der Breaking Point kam an dem gar nichts mehr ging. Weder hier noch in meinem Offline Leben. Seit dem bin ich in Therapie, die die mich auf Twitter und Instagram verfolgen wissen eh schon Bescheid. Und wer hätte es geglaubt – das hilft so unendlich viel. Mir geht es gerade so gut wie schon ewig nicht mehr. Klar es gibt noch viel zu tun – aber ich bin auf dem besten Weg!
Und vor allem bin ich extrem motiviert. Motiviert, hier wieder alles zum Laufen zu bringen. Mein Studium gut zu machen und auch mein Kunstgewerbe nebenbei aufzubauen, damit das steht sobald ich mit dem Diplom abgeschlossen habe.

Daher lese und höre ich seit ein paar Wochen ungefähr alles, was ich zur „Buisness“gründung wissen muss. Und das ist einiges! Ein Buch, welches einen guten Überblick verschafft, möchte ich euch heute vorstellen.

„Sei mutig! Sei du! Sei dein eigener Boss!
Viele junge Frauen haben große Träume: Ein Online-Magazin starten, ein Produkt entwickeln, ein Unternehmen gründen oder mit ihrer künstlerischen Leidenschaft Karriere machen.
Aber die wenigsten sehen sich selbst als Führungspersönlichkeit oder bringen den Mut auf, ihre Träume zu leben.
Die Journalistin Stacy Kravetz zeigt praxisnah und kompetent, was es braucht, um sich selbstständig zu machen und eine Idee erfolgreich zu entwickeln, umzusetzen und zu positionieren. Mit vielen Tipps und Tricks: Wie finanziere ich das Ganze? Wie sieht es mit Marketing und Fördermöglichkeiten aus? Wie beziehe ich die Social-Media-Kanäle ein? – Motivierend, kreativ und absolut hilfreich!“

Klappentext

Erster Eindruck
Ich muss ehrlich sein, ich geh immer ein bisschen mit Vorurteilen an solche Bücher heran. Meistens sind mir so „Motivationcoaches“ zu realitätsfern und over the top – aber tatsächlich will Stacy Kravetz das gar nicht sein. Ihr Buch gibt vor allem Beispiele von Frauen, die es geschafft haben etwas aus dem Nichts aufzubauen – egal wie absurd die Idee am Anfang klingen mochte. Sie wendet sich (vor allem an junge) Frauen und motiviert dahingehend, überhaupt mal seinem Traum nachzugehen statt ihn als unrealistisch oder utopisch oder einfach als zu kompliziert abzutun. Denn die Zahlen sprechen für sich – es gründen deutlich weniger Frauen als Männer. Und daran muss sich was ändern.

Aufbau und Inhalt
Vorweg stellt uns Kravetz mehrere Frauen vor die genau das getan haben – sie haben erfolgreich ein Buisness gegründet. Ich muss zugeben, dass ich noch von keiner einziger dieser Persönlichkeiten gehört habe, umso spannender war es ihre komplett unterschiedlichen Geschichten zu lesen. Diese begleiten einen über das komplette Buch und nehmen auch einen Großteil ein – was ich sehr spannend fand aber ich kann mir vorstellen dass es für Leute, die nach reinen Tipps zur Gründung auf der Suche sind, dadurch langweilig werden kann. Wenn ein neues Kapitel begonnen wird wird erstmal was Allgemeines erzählt und dann wird abgegrenzt in einem extra Kasten die passenden Geschichten einiger Frauen dazu erzählt. Dieses Konzept zieht sich durchs komplette Buch.

Inhaltlich ist es wahrscheinlich nicht viel anders als die meisten Gründer-Bücher. Es ist chronologisch aufgebaut von der Ideefindung, über die Vermarktung bis zur Finanzierung und allem was dazu gehört. Allerdings fand ich es sehr oft sehr oberflächlich gehalten – besonders wenn es an die konkrete Umsetzung ging. Alles rechtliche wie Gewerbeanmeldung wurde nur kurz angeschnitten mit dem Hinweis, man solle sich noch selbst informieren. Das war etwas, was ich etwas enttäuschend fand. Unter einem „Buisnessguide“, wie es im Untertitel des Buches heißt, stelle ich mir irgendwie was Konkreteres vor. Tatsächlich zielt das Buch aber vor allem auf die Motivation ab. Überhaupt mal anzufangen seine Träume zu verfolgen – es gibt weniger Tipps wie genau man das machen soll. Die Beispiele verdeutlichen einem dass es machbar ist, es sind aber selten Tipps, die man so für sich übernehmen kann.

Der Titel sagt es eigentlich schon – es geht vor allem um Gewerbeformen bei denen dann mehrere Menschen arbeiten und du die Chefin bist. Chefin ist wahrscheinlich neben weiblich und jung das meistgenannte wort – was mich persönlich immer wieder gestört hat weil es mich nicht betrifft. Mein Gewerbe wird ein Einsame Wölfin Ding und ich glaube das sind (besonders am Anfang) viele – was durch ihre sprachliche Gestaltung irgendwie fast ignoriert wird. Dadurch habe ich mich teilweise vom Buch distanziert und mir gedacht, dass mich das irgendwie nichts angeht, weil ich nicht vor habe, irgendwann Menschen für mich arbeiten zu lassen.

Sprache
Ich habe ja schon angesprochen, dass ich die sprachliche Gestaltung solcher Texte meistens over the top finde. Tatsächlich hat mir ihre Art alles zu formulieren aber weitestgehend gefallen. Sie benutzt eine sehr legere Sprache und es fühlt sich manchmal an, als hätte eine Freundin einem einfach mal nen Brief in Buchform geschrieben.
Gestört haben mich nur ihre ständig wiederholenden Formulierungen alla „wir sind jung und weiblich und können DESWEGEN das Weltall erobern“

Gegendert wird auch nicht, was ich für so ein Buch irgendwie angebracht gefunden hätte. Vielleicht kann man sie hier wegen der englischen Originalsprache etwas entschuldigen – allerdings hätte sich dann die Übersetzung mehr Mühe geben können.

Ein sehr motivierendes Buch wenn ihr gerade ganz am Anfang eurer Ideenfindung seid. Wenn es gewisse Träume gibt aber ihr euch noch nicht traut sie in Angriff zu nehmen. Meiner Meinung nach zielt es vor allem auf Leute ab, die richtig große Unternehmen gründen wollen und wo sie dann an der Spitze als Chefin stehen. Dafür finde ich das Buch dann für die Umsetzung viel zu allgemein gehalten und wenig hilfreich. Generell sollte man es wirklich eher als Motivation als als „Guide“ sehen, wie es sich selbst beschreibt. Dafür gibt es einfach viel zu wenig konkrete Tipps und Anleitungen. Am hilfreichsten dahingehend ist noch das Kapitel über Finanzierung, was aber auch sehr offensichtliche Hinweise wie „Leih dir nur so viel Geld wie du sicher zurückbezahlen kannst“ gibt.

Alles in allem kann man mit dem Buch wenig falsch machen und motivierend ist es allemal.

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