Mit Neid umgehen

Ich habe das Gefühl, dass es in unserer Gesellschaft ein absolutes Tabuthema ist, wenn man mal Neid empfindet. Dabei ist das scheinbar ein ganz normales Gefühl, auch wenn es uns meistens nicht weiterhilft.

Jeder von uns empfindet irgendwann mal Neid. Meistens wird allerdings falsch damit umgegangen, denn Neid kann auch etwas Positives sein und einen persönlich weiterentwickeln. Oftmals geht Neid allerdings in Missgunst über und ist somit Gift für das eigene Selbstbewusstsein und Beziehungen zwischen Menschen. 

Jeder kennt diese Personen, bei denen scheinbar alles perfekt läuft. Im schlimmsten Fall hat derjenige sogar das gleiche Ziel wie du – allerdings ist er oder sie dir Meilen voraus. Da liegt es nahe neidisch zu sein und es ist auch wie gesagt ein ganz normales Gefühl, dass sich genau wie Angst und Trauer nur schwer unterdrücken lässt.

Allerdings wurzelt Neid meist tiefer und deutet auf Probleme mit dem eigenen Selbstbewusstsein hin. Denn eigentlich ist nicht der Besitz des anderen das Problem, sondern der eigene „Nichtbesitz“ – Logisch, weil du kriegst ja eh nie was auf die Kette und generell hat jeder immer mehr Glück als du es hast. Zumindest sind das die Gefühle, die in dir bei starkem Neid oder schon Missgunst hervorgerufen werden. Gleichzeitig fühlst du dich auch noch schlecht, weil du neidisch bist da das bei uns wie gesagt ein Tabu ist. Als sei Neid eine Schwäche.

Durch all diese Gefühle fühlst du dich noch schlechter und das Selbstbewusstsein schrumpft immer mehr. Dadurch wird öfter Neid hervorgerufen und mittlerweile merkst du wohl, worauf das hinausläuft. 

Fängt man nun auch noch an und fragt sich, ob die andere Person all die Dinge, die du nicht hast, überhaupt verdienst hat, wird der Neid toxisch. Denn ab diesem Punkt hegt man einen gewissen Groll und wünscht der Person insgeheim nichts Gutes. Unter Freundschaften kann das zu Spannungen führen und sie sogar zerstören. In Beziehungen kann sie zu Eifersucht führen und im Alltag entsteht auch dadurch die Schadensfreude. 

Du merkst, der Hauptauslöser ist das Vergleichen mit anderen. Was haben andere, was ich nicht habe? Und wieso haben die so verdammt viel Glück und ich immer nur Pech? Dabei kann Vergleichen sogar gut sein – man muss nur seinen Blickwinkel ändern. Jemand hat schon genau das Ziel erreicht, das du auch willst? Perfekt, nutze das als Chance, Tipps zu bekommen, wie man das anstellt. Es bringt dich kein Stück weiter, wenn du demjenigen seinen Erfolg missbilligst. Auch kann es hilfreich sein daran zu arbeiten, nicht nur das Positive zu sehen. JEDER hat irgendwas Negatives in seinem Leben, auch die Menschen, bei denen augenscheinlich alles perfekt läuft. 

Außerdem ist es besonders wichtig zu akzeptieren, dass du neidisch bist. Hör auf, es als Schande zu betrachten und lasse dich nicht weiter davon runterziehen. Denn du musst erkennen, woher der Neid kommt und woran du arbeiten kannst, um im Allgemeinen glücklicher und zufriedener mit deinem eigenen Leben zu sein. Auch hier ist vergleichen wichtig, allerdings mit dir selbst, genauer gesagt, mit deinem Vergangenheits-Ich. Konzentriere dich darauf, was DU besitzt, was du schon alles erreicht hast und was du gut kannst. Es wird immer etwas geben, was nicht dazu gehört, und genau das musst du akzeptieren. So geht es jedem, auch der Person, die du beneidest. 

Abschließend lässt sich sagen, dass es am wichtigsten ist, an sich selbst zu arbeiten. Gönne deinen Mitmenschen das, was sie erreicht und sich vielleicht hart erarbeitet haben (auch wenn du das eventuell nicht sehen willst) und sei dankbar für die Dinge, die du hast. Wenn du selbst derart unzufrieden bist, dass du jedem anderen sein Glück neidest, dann ist das die erste Baustelle, der du dich zuwenden musst. 

5 Kommentare zu „Mit Neid umgehen“

  1. Hey!
    Danke für den tollen Beitrag.

    „Denn du musst erkennen, woher der Neid kommt und woran du arbeiten kannst, um im Allgemeinen glücklicher und zufriedener mit deinem eigenen Leben zu sein.“ – genau das ist meiner Meinung nach das wichtigste im Umgang damit. Neid kann auch sehr fördernd wirken, wenn man es angemessen für sich nutzt. Letztendlich denkt man sich ja häufig „das läuft bei ihr viel besser“, wie du schon angemerkt hast. Dann kann man entweder missgünstig sein, oder seinen eigenen Nutzen daraus ziehen. Was kann ICH unternehmen, damit es bei mir in dem Bereich auch gut läuft? Was brauche ich?

    Liebe Grüße,
    Nicci

    1. Hey, freut mich voll zu hören, dass dir der Beitrag gefallen hat 🙂
      Ja genau das ist das Wichtigste, denke ich! Niemals Neid empfinden werden wahrscheinlich die wenigsten von uns. Und dann kommt es einfach darauf an, wie man damit umgeht.

      Liebste Grüße!

  2. Ich empfinde in der Tat nie Neid. Ich bin mit mir selbst genug im Reinen, dass ich mich für die Erfolge und das Glück anderer freuen kann, auch wenn ich selbst in dem Moment weder Erfolg habe noch glücklich bin. Wenn ich diesen Beitrag hier so lese, dann bin ich dafür äußerst dankbar, neidlos zu sein 🙂

    1. Das freut mich sehr zu hören! Das kannst du auch sein, das ist definitiv nicht selbstverständlich 🙂 glaube das die deutliche Mehrheit damit Probleme hat, seit ich mich mit dem Thema befasst habe und dran arbeite merke ich aber auch schon deutliche Verbesserungen. Also man muss sich dem nicht einfach hingeben.

      Liebste Grüße!

  3. Schönen guten Morgen!

    Ein wirklich toller Beitrag, denn die vielen „negativen“ Gefühle lösen bei den meisten – wie du schon sagst – ein Tabu Gefühl aus. Dabei hat sie jeder von uns und gehören zum Leben dazu.
    Grade der Neid bringt auch positive Eigenschaften hervor, wie du schon so schön ausführst, wenn man ihn im richtigen Blickwinkel sieht.

    Ich denke schon, dass ich Neid auch manchmal empfinde, aber wohl eher nicht wirklich bewusst und erst recht nicht mit Missgunst. Ich gönne jedem sein Glück und auch wenn ich natürlich manchmal auch mehr hiervon und mehr davon hätte, bin ich schließlich selber für mein Leben verantwortlich und hab selbst in der Hand, was ich daraus mache.

    Jeder sollte lieber auf sich selber schauen und Prioritäten setzen was wichtig ist und sich nicht daran richten, was andere haben oder können.

    Vergleiche an sich finde ich auch völlig normal und ist uns in die Wiege gelegt – warum auch nicht?! Das Problem ist, dass viele dann die Lösung in den anderen sehen und nicht bei sich selber: nämlich daran, was man SELBST tun kann, um dem Ziel näher zu kommen. Das mag manchmal schwierig sein, gerade in unserer Gesellschaft wo man ja bombardiert wird mit Werbung und viele sich profilieren gerade in den weiten des Internets. Aber da sollte man lernen, drüber zu stehen, denn jeder von uns hat seine Probleme, egal wie schön alles von außen aussieht 😉

    Ich hab deinen Beitrag heute gerne in meiner Stöberrunde verlinkt.

    Ich wünsch dir einen schönen Start ins Wochenende!
    Liebste Grüße, Aleshanee

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