Gelesen, Gesehen, Gehört im August – Von Attentätern, Todeshütern und Leonardo

Nach zwei monatiger Pause mal wieder ein Rückblick. Auch im August habe ich noch nicht sooo viel gelesen, aber immerhin ging es bergauf! Dafür bin ich momentan sehr motiviert, meine Bildungslücke in Sachen Filmen langsam aufzuholen. Wenn du Empfehlungen hast immer gerne her damit!

Wie du in meinem Minimalismus Beitrag lesen konntest bin ich soweit es geht auf eBooks umgestiegen!

Das erste ist allerdings eine Printausgabe, die mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Bei „Leere Herzen“ von Juli Zeh geht es um die desillusionierte Britta und ihren Geschäftspartner Babak, welche zusammen „die Brücke“ gegründet haben. Eine kleine Firma, die den beiden sehr viel Geld einbringt, wobei niemand so genau weiß, wo das alles herkommt. Denn dahinter verbirgt sich ein großes Geschäft mit dem Tod.

Mehr will ich zum Inhalt eigentlich auch gar nicht sagen, ich finde es ist am besten, wenn man sich selbst einfach auf die Geschichte einlässt. Die Widmung enthält ein „Da. So seid ihr.“, wodurch unmissverständlich klar wird, dass das hier eine unangenehme Geschichte wird. Eine unangenehmen Geschichte, weil es quasi um einen selbst geht oder zumindest um die eigene Generation. Leere Herzen ist nämlich eine Dystopie, die in gar nicht so weiter Zukunft spielt. Das hat beim lesen definitiv Spaß gemacht, da man immer mal wieder auf sehr aktuelle Themen gestoßen ist und ich mir oft gedacht habe „oh Shit, das könnte eigentlich wirklich in den Nächsten 2-3 Jahren so kommen“. 

Der Schreibstil ist mal wieder klasse, wobei er nicht ganz so von Metaphern und Vergleichen gespickt ist wie damals noch in „Corpus Delicti“ oder „Spieltrieb“. Vielleicht soll das auch die Einstellung der Protagonistin unterstreichen. 

Alles in allem finde ich, ist das ein sehr lesenswertes Buch über das ich gar nicht zu viele Worte verlieren möchte, da man sonst einfach zu viel von der Geschichte vorweg nimmt und gerade dieses „Nicht genau wissen, was da eigentlich vor sich geht“ macht es so gut. Jedenfalls kann ich die Beurteilung von einigen anderen Leserinnen „die Story sei an den Haaren herbeigezogen“ wirklich nicht unterschreiben und sehe, ganz im Gegenteil, darin eine Geschichte, die momentan mehr Relevanz hat als jemals zuvor und eigentlich zum Pflichtprogramm gehören sollte. 

Juli Zeh | Luchterhand Literaturverlag | 13.11.17 | 352 Seiten | Hardcover | 20€

Des Weiteren habe ich drei Bücher in eBook Form gelesen, besonders im Vergleich zu „leere Herzen“ auch sehr leichte Kost im Bereich der Jugendliteratur. Aber die Geschichten machen mir weiterhin einfach noch am meisten Spaß!

Es geht um die komplette Reihe „die Chroniken der Verbliebenen“ von Mary E. Pearson. 

Klappentext: Es ist der erste Abend, an dem Lia als Schankmädchen in der Taverne arbeitet. Dabei ist sie eigentlich eine Prinzessin. Doch sie ist auf der Flucht, weggelaufen von zu Hause, weil sie sich nicht auf die Ehe mit einem Prinzen einlassen wollte, den sie noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Was sie nicht ahnt: Einer der beiden Männer ist der Prinz, gegen den sie sich entschieden hat. Und der andere ein Mörder, losgeschickt, um Lia zu töten. Während Lia sich zu beiden hingezogen fühlt, ahnt sie nicht, dass sie längst in größter Gefahr schwebt…

Das ist jetzt natürlich nur der Text vom ersten Band, alle anderen wären ja ein einziges Spoilerfest. 

Ich hab bei der Reihe zwei Anläufe gebraucht. Die ersten zwei Bände hatte ich schon mal als Hörbücher, allerdings habe ich da in der Hüfte des zweiten Bands abgebrochen, weil mich die Geschichte wirklich gar nicht mehr fesseln konnte. Warum auch immer wollte ich der Reihe aber eine zweite Chance geben, da mir der erste Teil eigentlich total gut gefallen hat – und tatsächlich war ich in schriftlicher Form wieder total von der Geschichte gefesselt. Ich finde auch hier, dass man die Reihe locker um 1-2 Bücher hätte kürzen können und einfach eine sehr lange, alleinstehende Geschichte wie bei „Das Dunkle Herz des Waldes“ veröffentlichen können. Trotzdem war es eine sehr schöne, leichte und kurzweilige Story für nebenher. Nichts weltbewegendes und erst recht nichts Neues, aber eInfach schön und gut geschrieben. Das Besondere hieran ist nämlich, dass aus drei verschiedenen Perspektiven geschrieben wurde, was besonders im letzten Band SO GROSsARTIG genutzt wurde! Macht definitiv Spaß so zu lesen. 

 

Mein Highlight war allerdings „Du wolltest es doch“ von Louise O‘Neill. Das Buch hat mich sogar dazu gebracht, ihm eine eigene Rezension zu widmen (was ich ja mittlerweile eigentlich kaum noch mache).Ich verlinke sie dir mal hier!

Im August habe ich wieder übermäßig viele Dokus gesehen. Wirklich sehr zu empfehlen ist die Wild Germany Serie! Einige Folgen sind auf Netflix, leider nicht alle. 

Ich muss zugeben, dass ich bei dem Titel zuerst dachte, dass es eine Naturdoku über den Schwarzwald oder whatever ist. Aber zum Glück gar nicht! Manuel Möglich, ein Reporter den man auch vom Y-Kollektiv kennt, setzt sich in jeder Folge mit teilweise recht unbekannten Phänomenen der deutschen Kultur auseinander. Und ich fand nicht eine Folge davon langweilig.

Etwas kurzweiliger sind die wöchentlich erscheinenden 20 minütigen Dokufolgen der Serie „Explained“, die ebenfalls auf Netflix zu finden ist. Die Themen wirken absolut random und gehen von der Wealth Gap über Monogamie hin zu Weed. Für mich zeichnen sich die Folgen durch viele kleine Interviews aus, da man meistens viele verschiedene Erfahrungsberichte zu hören bekommt. Durch die Kürze der Folge bleibt alles eher oberflächlich aber ich finde es trotzdem super für zwischendurch oder als kleine Übersicht zu einem Thema. 

Die Nova Dokus über Nikolai Tesla und Albert Einstein hingegen sind alles andere als oberflächlich. Besonders die zu Einstein fand ich sehr gut gemacht und sie hat diesen besonderen Menschen für mich nochmal in ein anderes Licht gerückt. Definitiv sehenswert.

Aber natürlich hab ich nicht nur Dokus gesehen! Ich hatte einen ziemlichen Leonardo DiCaprio Monat, wenn ich so zurückblicke. Aber ich liebe ihn als Schauspieler auch einfach!

Angefangen hat es mit „The Great Gatsby“, ein Film, den ich tatsächlich vorher nie gesehen habe. Ich sag’s ja – ich hab eine extreme Bildungslücke was Filme betrifft! Und ich dachte einfach sehr lange, dass das bestimmt kein Film ist, der mir gefallen wird. Wie falsch ich doch lag!

Direkt danach war ich so im Filmfieber, dass ich mir Titanic zum 1239484 mal angesehen hab (zum Glück gibt es ja nicht Millionen anderer Klassiker, die ich eher mal schauen sollte) – und im Zuge dessen auch diverse Dokus zur Titanic und der Schiffsfahrt im Allgemeinen. Ich finde diesen Film muss man einfach mal gesehen haben. 

Genauso wie „Inception“, den ich zwar schon mal gesehen habe, aber bis auf einzelne Szenen einfach komplett vergessen habe. Damals war ich wohl echt zu jung, um ihn zu verstehen. Naja selbst heute hab ich noch mit fetten Fragezeichen überm Kopf vorm Abspann gehockt, aber das ist wohl so gewollt! 

Im August beendet (aber schon deutlich früher angefangen) habe ich 4 Hörbücher.

Angefangen mit Lady Midnight und Lord of Shadows von Cassandra Clare. Die Geschichte kannte ich schon und es war einfach schön, nebenbei oder zum einschlafen etwas zu hören, was man schon kennt. Dann ist die Gefahr auch nicht zu groß, dass man ewig wach bleibt, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht. 

Die zwei Bücher sind der Auftakt einer neuen Reihe im Schattenjäger-Universum, was definitiv zu meinen Lieblingen zählt. Es spielt quasi direkt nach der Handlung von der The Mortal Instruments Reihe, ist aber in sich geschlossen und man muss die anderen Bücher nicht kennen, um mit Lady Midnight zu beginnen. Aber es hilft definitiv! Ich hab das Gefühl, dass die ganze Schattenjägerwelt in der vorherigen Reihe viel besser erklärt wurde. Und auch Anspielungen und politische Verhältnisse versteht man viel besser, wenn man durch die vorherige Reihe erfahren hat, wie es überhaupt dazu kam. 

Niemals wird sie den Tag vergessen, an dem ihre Eltern starben. Die 17-jährige Emma Carstairs war noch ein Kind, als sie damals ermordet wurden, und es herrschte Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, die Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute nicht, dass ihre Eltern Opfer dieses dunklen Krieges wurden, sondern dass sie aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und Emma hat Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Eine mysteriöse Mordserie sorgt für große Unruhe in der Unterwelt. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen, ähnliche Zeichen wie sie auch auf den Körpern von Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie dafür ihren engsten Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn in große Gefahr bringt

Die Reihe ist besonders für Fans des Universums eine absolute Empfehlung! Auch als Hörbuch funktioniert das Ganze sehr gut, Simon Jäger versteht sein Handwerk. Wobei die Printausgabe einfach unwiderstehlich schön ist.. 

Als nächstes habe ich noch den sechsten Teil der deutschen Übersetzung von „Das Lied von Eis und Feuer“ gehört. Ich werde den Klappentext nicht einbinden, da es eben eine Fortsetzung ist und es somit massiv Spoilern würde. Außerdem sollte die Handlung nach der Serienfassung sowieso fast jedem geläufig sein. 

Ich habe auch zuerst die Serie gesehen und muss sagen, dass die Bücher zu Beginn noch sehr getreu umgesetzt wurden. Jetzt langsam fängt es an, dass immer mehr und immer krassere Abweichungen kommen, weswegen es sich definitiv lohnt, die Bücher auch noch zu lesen. Außerdem lernt man die Charaktere auch noch viel besser kennen und man erfährt Hintergrundgeschichten, die man so in der Serie noch nie gehört hat. 

Das Ganze lohnt sich definitiv auch als Hörbuch, wobei ich finde, dass die ewig langen Ortsbeschreibungen beim Hören etwas störend sind, Beim Lesen kann man das quasi überfliegen und weiß trotzdem, wie die Szenerie gestaltet sein soll. Beim hören sitzt man gefühlt eine halbe Stunde da und lauscht Stoff- und Holzbeschreibungen. 

Trotzdem, alleine wegen dem Inhalt, eine große Empfehlung!

Zuletzt habe ich noch den ersten Teil von „Scythe“ von Neal Shusterman beendet, das du übrigens auf Spotify finden kannst. Dort gibt es extrem viele Hörbücher, auch viele neue! Es muss also definitiv nicht immer direkt ein Audible Abo sein oder der CD Kauf. 

Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …

Wow, die Geschichte hat mich wirklich so gefesselt! Ich liebe den Aufbau, dass es immer zwischen den zwei Protagonisten (die wirklich ziemlich unterschiedlich sind) hin und herwechselt. Das Konzept mag ich ja, wie du weiter oben lesen konntest, sowieso sehr gerne. Aber was wirklich überzeugt hat, war die komplette Grundstory und das Setting dieser Dystopie. Gerade nach dem ich Anfang des Jahres „Homo Deus“ gehört habe, empfinde ich diese Entwicklung der Menschheit als gar nicht so unwahrscheinlich und die Darstellung der Menschen in einem solchen Setting ist mehr als gelungen. Es gibt so viele Aspekte, die mich immerhin zum Nachdenken bringen. Klare Empfehlung!

Lieblingsband diesen Monat war definitiv „Culture Abuse“ mit den Alben Peach und Bay Dream. Absolute Sommermusik!

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