Mach doch keinen Müll! – Lebensmittel

Du kennst das sicher – man findet in der hintersten Ecke im Kühlschrank dann doch noch einen Joghurt, der längst drüber ist. Und die angebrochene Saftpackung ist auch schon aufgebläht. Also weg damit!

So kommen laut einer WWF Studie 18 Millionen Tonnen (!) Müll zusammen, die sich sowohl aus abgelaufenen aber auch aus noch genießbaren Lebensmitteln zusammensetzen. Ca 60 Prozent landen schon beim Produzenten oder den Läden im Müll, die sie dann verkaufen. Jedoch ist auch jeder einzelne von uns verantwortlich, dass wiederum 40 Prozent davon bei uns zuhause im Müll landen.

Ich arbeite auch immer noch daran, aber es landen bei mir schon deutlich weniger Lebensmittel im Müll – deswegen hier mal ein paar Tipps, die mir weitergeholfen haben:

Mindesthaltbarkeit ist meist länger als angegeben
Das ist wahrscheinlich keine Überraschung mehr, aber man kann die meisten Lebensmittel noch weit über ihrem MHD essen. Besonders Konserven und trockene Lebensmittel sind quasi unsterblich 😀 Im Zweifel auf die eigenen Sinne verlassen. Sieht man irgendwo Schimmel? Riecht es seltsam? Schmeckt es ekelhaft? – Dann, und nur dann, sollte es definitiv weggeworfen werden.

Auch mal hässliches Obst und Gemüse kaufen
Du willst noch am selben Tag einen Apfelkuchen backen? Dann kaufe im Geschäft doch ruhig die Äpfel mit Druckstellen. Die wird sonst kaum einer nehmen und am Abend landen sie in der Tonne. Ebenso wenn du einen Laden hast, der Karotten, Pilze, Tomaten etc lose verkauft – auch deformierte Lebensmittel schmecken gut! Bewahre sie vor der Mülltonne der Märkte.

Richtig lagern
Das macht den größten Unterschied zu Hause und entscheidet, ob du deine Kartoffeln schon nach einer Woche wegwerfen musst oder mehrere Monate lagern kannst. Weil ich hier nicht alles aufzählen kann, verlinke ich dir ein paar nützliche Seiten:

Kühschrankguide von Utopia: https://utopia.de/ratgeber/richtig-lagern-und-optimale-kuehlschranktemperatur/

PDF zum ausdrucken von Utopia: https://s3.eu-central-1.amazonaws.com/i.utopia.de/redaktion/kuehlschrank-temperatur-einstellen-utopia_kuehlschrankguide-170627-V01.pdf

Lagerung außerhalb des Kühlschrankes: https://utopia.de/ratgeber/lebensmittel-richtig-lagern-ohne-kuehlschrank/

Foodsharing nutzen
Besonders für Stadtbewohner eine super Möglichkeit, Überschüsse loszuwerden ohne sie wegwerfen zu müssen. Hier geht es darum, Lebensmittel, die man selbst nicht mehr möchte, zu verschenken. Foodsharing bietet dazu eine Plattform oder man nutzt die sogenannten Fairteiler, das sind öffentliche Regale, in die man die Lebensmittel einfach hineinlegen kann. Dabei sind allerdings einige Regeln zu beachten, wie zum Beispiel dass nichts reingelegt werden darf, dass normalerweise gekühlt werden muss (Milch und Fleischprodukte zum Beispiel).
Das ist eine perfekte Möglichkeit, wenn du zum Beispiel nach einer Party viel zu viel Essen übrig hast oder du bald in den Urlaub fahren wirst aber noch viel Verderbliches zuhause hast.
Mehr infos findest du unter: https://foodsharing.de/

Falls das für dich keine Option ist, kann man sowas natürlich auch unter Nachbarn und Freunden regeln und einfach denen die Lebensmittel schenken.

Eingeplante Lebensmittel werden nicht weggeworfen
Überlege dir vor deinem Wocheneinkauf, was du die nächsten Tage essen möchtest und kaufe dir nur dafür die Zutaten. Außerdem beachte, was du noch zuhause hast, was unbedingt wegmuss, weil es kurz vorm Verderben ist. Wenn du deine Gerichte für die Woche planst, beachte was du dann alles zuhause haben wirst. Du machst montags zum Beispiel eine Gemüselasagne? Dann verarbeite das übriggebliebene Gemüse doch donnerstags in einer Suppe oder einem gemischten Salat.

Packungsgröße beachten
So, du hast also nun eine Reispfanne mit verschiedenem Gemüse eingeplant. Dafür brauchst du zwei Karotten, drei Tomaten und eine Aubergine. Wahrscheinlich kennst du es – Karotten werden meist nur im 500g Beutel verkauft. Entweder entscheidest du dich dafür und isst die ganze Woche über verteilt Karotten oder du suchst dir stattdessen einen Laden, der Karotten auch einzeln verkauft. Hier hast du direkt mehrere Vorteile: Du kaufst nur so viel wie du wirklich brauchst und du sparst dir die Verpackung. Besonders die Wochenmärkte bieten dafür eine optimale Gelegenheit.

Übriggebliebenes aufbewahren
Die Portionen wurden doch größer als gedacht? Kein Grund es wegzuwerfen. Einfach einpacken und ab in den Kühlschrank. Das gilt übrigens auch fürs außerhalb Essen, denn fast alle Restaurants werden dir deine Reste gerne verpacken – Tipp: um hier Verpackungsmüll zu sparen kannst du dir ja auch eine eigene Brotdose oder Tüte mitbringen.
Sei kreativ
Manchmal bleiben eine halbe Banane, eine angedrückte Birne, ein halber Becher Sahne oder sonstige kleine Reste übrig, die irgendwie nie so richtig Verwendung finden. Dabei kann man gerade diese Sachen fast immer irgendwo mit einbauen! Besonders unschönes Obst lässt sich super einfach im Mixer zu einem Smoothie verarbeiten. Da merkt niemand, dass die Kiwi eigentlich schon viel zu weich und der Apfel trocken und mehlig war.

Ein Kommentar zu „Mach doch keinen Müll! – Lebensmittel“

  1. Ich mache das ganz praktisch.

    Ich kaufe nur das was ich am Tag zum Essen brauche. D. h. ich gehe in den Markt und kaufe mit nur 1 Apfel, 2 – 3 Karotten usw., was ich eben für den heutigen Tag verzehren möchte.

    Natürlich ist das eine tägliche Rennerei, aber so bekommt man auch noch etwas mehr Bewegung und hat einen geregelten Ablauf, bevor man zur Arbeit oder Uni fährt.

    Selbstverständlich ist das am Wochenende oder an Feiertagen damit verknüpft, das man sich dann doch den „Vorrat“ für eine kurze Zeit einkauft.

    Ich habe früher auch oft Lebensmittel entsorgen müssen, weil ich mir einfach zu viel gekauft habe und dann auch noch unpassende Lebensmittel. Die haben dann nirgends mehr in die Mahlzeit gepasst, oder waren dann auch schonmal sehr sehr lange abgelaufen.

    Deine Ansätze sind aber sehr gut um nochmal eine neue Strategie zu überlegen.

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