Malen und Zeichnen lernen #2 – Grundlagen der Farbenlehre

Wie ich versprochen habe, gehen wir nach und nach die Basics durch. Heute fangen wir mit den Farben an – Denn wir werden keine schönen Bilder malen können, wenn wir nicht einmal wissen, wie wir schöne Farben mischen und kombinieren.

Gleich vorweg: Es gibt nicht DEN einen richtigen Weg. Bis heute streiten sich Leute darum, welcher Farbkreis der richtige ist, was jetzt Grundfarben sind und was nicht etc.. Aber egal welchen man sich herauspickt, am Ende veraten sie uns die gleichen Dinge: In welchen Verhältnis welche Farben zueinander stehen. Der Farbkreis hilft uns zu erkennen, wie wir welche Farben ermischen können, welche Farben zusammen harmonieren, welche für eine bestimmte Bildatmosphäre geeignet sind und welche nicht.

Am bekanntesten sind die zwei Farbtheorien von Johannes Itten und von Harald Küppers. Beide gehen von verschiedenen Grundfarben aus aber funktionieren im Prinzip dann doch gleich.

Was sind denn überhaupt diese Grundfarben? Hier unterscheidet man sich den traditionellen Grundfarben Rot, (Kadmium)gelb und Blau und den modernen Grundfarben Cyan, Gelb und Magenta. Die modernen Grundfarben sind nicht aus anderen Farben ermischbar und werden somit auch Primärfarben genannt (erinnert an Primzahlen, nicht wahr?). Aus diesen drei Farben kann man (in Kombination Schwarz und Weiß) quasi alle anderen Farben mischen. Das ist übrigens auch genau das, was dein Drucker macht – Er hat nämlich nur vier Farbpatronen mit den oben genannten Primärfarben und schwarz. Überlagert man die Primärfarben erhält man die Sekundärfarben Grün, Rot und Blauviolett.

Links: Traditionelle Grundfarben Rot, Blau, Geld | rechts: Moderne Grundfarben Magenta, Cyan, Gelb

Unser Ziel ist es einen 12-teiligen Farbkreis zu erstellen, anhand dessen wir die Beziehungen zwischen den jeweiligen Farben erkennen können.

Das Prinzip ist immer gleich: Du mischst zwei Grundfarben (oder auch Primärfarben) um eine Sekundärfarbe zu erzeugen. Diese malst du mittig zwischen die beiden Grundfarben.

Dann mischst du jeweils die Farben miteinander, die nebeneinander liegen. Das bedeutet immer eine Sekundärfarbe mit einer Primärfarbe – daraus entsteht eine Tertiärfarbe, die dann in die entsprechende Lücke gemalt wird.

Traditioneller Farbkreis mit Rot, Blau und Gelb vs Moderner Farbkreis mit Cyan, Magenta und Gelb.

Erkennst du einen Unterschied? Der traditionelle Farbkreis ist grundsätzlich ein wenig erdiger und wärmer wohingegen der moderne Farbkreis mit sehr brillianten und kühleren Tönen daherkommt. Dieses Wissen kannst du dir zu Nutze machen und die richtigen Grundfarben für dein Bild wählen. Zu Landschaften passen zum Beispiel eher Mischungen aus dem traditionellen Farbkreis!

Aber nicht nur diese Information kannst du dir aus dem Farbkreis entnehmen!

Komplementärfarben: Besonders wichtig ist zu erkennen, welche Farben komplementär zueinander sind. Diese stehen sich im Farbkreis gegenüber! Mischt man zwei Komplementärfarben entstehen verschiedene, dunkle Grau-, Braun- und Schwarztöne.

Links erkennst du die Komplementärfarben. Sie stehen sich immer genau gegenüber.
Komplementärfarben ergeben zusammen grau-, Braun- und Schwarztöne. Die Farben aus dem traditionellen Farbkreis sind besonders erdig und dunkel.

Farbtemperatur: Eigentlich ein doofes Wort, denn im Normalfall sollten alle Farben auf eurer Palette die gleiche Temperatur haben. Trotzdem wirken Farben mit einem roten Unterton wärmer auf uns als Farben mit einem blauen Unterton. Das ist vor allem wichtig, um die richtige Atmosphäre in deinem Bild zu erschaffen – zum Beispiel solltest du warme Farben wählen, wenn du eine Szene beim Sonnenuntergang darstellen willst, kühle Farben hingegen, wenn sich deine Szene im Winter bei Tag abspielt.

Analoge Farben: Analoge Farben ergeben sich aus drei bis fünf Farben, die auf im Farbkreis nebeneinander liegen. Sie harmonieren besonders gut zusammen, was für dich wichtig ist, um zu erkennen, welche Farben sich für ein Gemälde besonders gut kombinieren lassen. Wenn du nicht gerade einen besonders auffälligen Kontrast erzeugen willst (der lässt sich nämlich am besten aus zwei Komplementärfarben oder je einer warmen und einer kühlen Farbe nebeneinander erzeugen), ist es schlau, sich ein Päckchen aus Analogen Farben zu wählen und sie als Hauptfarben für dein Bild zu nehmen.

Diese vier Farben passen gut zueinander. Du kannst die Klammer beliebig verschieben!

Für erfahrenere Künstler wird hier nicht viel Neues dabei gewesen sein, aber wie gesagt – Schritt für Schritt und das von Beginn an! 😉 Es ist definitiv hilfreich und zeitsparend, wenn man nicht nach dem Trial and Error Verfahren die Farben mischen muss, sondern direkt weiß, welche Ausgangsfarben man für seine benötigte Nuance hernehmen muss.

2 Kommentare zu „Malen und Zeichnen lernen #2 – Grundlagen der Farbenlehre“

  1. Schöne, verständliche Auflistung!
    Auch ich nutze heute noch die traditionellen Farbkreise, um Farben „richtig“ zu kombinieren. Zwar kennt man sie, kann aber vor dem inneren Kopfkino nicht immer die passende Wahl treffen 🙂

    1. Hey, freut mich sehr zu hören! Genau das empfinde ich auch so. Manchmal sehen Farben im Kopf dann doch nochmal anders aus

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