Drei Kurzrezensionen – Umweltschutz, Klimawandel, Plastikboykott

Heute möchte ich dir endlich mal wieder ein paar Bücher vorstellen. Wie du schon an meiner neuen Rubrik „Herzenssache“ gemerkt haben wirst, liegt mir unsere Umwelt schon sehr am Herzen und ich bemühe mich, meine Schäden an ihr so weit es geht einzuschränken. Für 2018 war ein „Vorsatz“ wieder mehr auf den Plastikmüll zu achten und gegebenenfalls auch wieder mehr selbst zu machen.


Da kamen mir direkt zwei Bücher enorm entgegen!
Dazu motiviert, überhaupt wieder mehr darauf zu achten, war „Plastikfreie Zone von Sandra Krautwaschl. Der Untertitel „Wie meine Familie es schafft, fast ohne Plastik zu leben“ zeigt wahrscheinlich schon sehr gut, um was es in diesem Buch geht. Die Autorin erzählt uns davon, wie sie darauf aufmerksam wurde, dass es einfach zu viel Plastikmüll gibt. Die logische Schlussfolgerung? Klar, weniger Müll produzieren! Sie konfrontiert ihren Mann sowie die drei Kinder damit und alle sind sich erstmal einig, dass es ein super Projekt wäre, das Haus umweltfreundlicher zu gestalten. Wie man sich vorstellen kann ist es aber in einer so großen Familie gar nicht so einfach – vor allem wenn man auch nur ein mittelmäßiges Einkommen hat. Alle Hürden und die Lösungen werden in dem Buch anschaulich besprochen.

Mein Problem mit dem Ganzen war, dass sie meiner Meinung nach zu radikal an die Sache rangegangen ist. Sie wollte Plastik nicht nur wegen der Umwelt boykottieren, sondern auch wegen der Gesundheit (Plastikteile die sich ablösen und aufgenommen werden) – letzteres entspricht nicht meiner Auffassung und so konnte ich bei den Kapiteln nicht ganz aufmerksam bleiben. So mistet sie zum Beispiel alles plastikhaltige in der Wohnung aus, obwohl das noch mehrere Jahre oder Jahrzehnte halten würde. Zum Beispiel alle Brotdosen und Kochutensilien mit Plastik. Wiederum richtig gut fand ich aber den Anhang des Buchs! Eine sehr übersichtliche Liste mit ihren Erkenntnissen und somit wichtigen Tipps und Tricks zur Plastikmüllvermeidung!

Plastikfreie Zone | Sandra Krautwaschl | Heyne | 08.06.2012 | Taschenbuch | 8,99€

Was du auch in meinem „Mach doch keinen Müll“-Beitrag (klicke hier) lesen konntest, ist, dass es sehr hilfreich ist, viele Sachen selbst herzustellen und somit den Verpackungsmüll davon zu sparen. Besonders bei Haushaltsreinigern war ich sehr hilflos, derzeit haben wir noch das typische Putzarsenal zu Hause – Glasreiniger, WC-Reiniger, 2 Allesreiniger, Waschpulver, Weichspüler, Bodenreiniger, Spüli und und und. Das muss doch anders gehen! Klar hab ich schon von „Essig gegen Kalk“ gehört, aber vielleicht gibt es noch gute, unbekannte Tipps. Oder eher – vergessene Tipps! „Omas Life Hacks“ von Emmanuela Düsseldorfer muss doch da helfen können. Und tätsächlich – Das Buch ist aufgebaut wie ein kleines Lexikon mit großen Überkategorien und dann kleineren, speziellen Unterkategorien. Meine Favoriten waren „Hausputz und Haushaltspflege“ sowie „Gesundheit und Körperpflege“. Das sind aber nur zwei von sechs großen Kategorien und überall finden sich kleine, praktische Hilfestellungen. Ich mag das Buch wirklich sehr gerne, es ist das gesammelte Wissen von vielen Omis und somit praktisch für Menschen wie mich, die mit ihrer eigenen Oma nichts anfangen können. Außerdem finde ich, dass das Buch ein wirklich tolles Geschenk ist – Es ist ein kleines Hardcover und kostet einfach nur fünf Euro! Das sollte jeder zuhause stehen haben.

Omas Life Hacks | Emmanuela Düsseldorfer (Hrsg.) | Bassermann | 384 Seiten | 11.12.17 | Hardcover | 5€

Jetzt ging es die ganze Zeit um Plastikmüll und Plastikkonsum aber das übergreifende Thema ist ja nicht (nur) die Tatsache, dass der Müll dann irgendwo liegen bleibt und Menschen und Tieren zum Problem wird. Das übergreifende Thema, auf das alles zurückfließt, ist der Klimawandel. Dazu habe ich „Die große Verblendung – Der Klimawandel als das Undenkbare“ von Amitav Ghosh gelesen. Und direkt zu Beginn – Ich habe etwas völlig anderes erwartet! Als das Buch bei mir ankam war ich erstmal erstaunt, wie dünn es ist. Ich hab eine Aufzählung und Abhandlung aller Beweise für den Klimawandel erwartet und die passen nun wirklich nicht auf etwas über 200 Seiten. Nein, Ghosh schafft es tatsächlich, dieses Thema komplett neu zu reflektieren und geht auf Punkte ein, über die ich noch nie nachgedacht habe. Es geht tatsächlich um das, was im Titel steht – Warum das Ganze für die Menschheit undenkbar ist, obwohl es doch so eindeutige Zeichen gibt. Ghosh ist in Kalkutta geboren und in Bangladesch, Sri Lanka und Nordindien aufgewachsen, lebt aber derzeit in New York. Er war selbst oft mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert und sieht deshalb überhaupt keine Möglichkeit, diese zu leugnen und zu ignorieren. Wenn wir uns umschauen passiert aber genau das – Menschen leben als gäbe es kein morgen und wenn irgendwann unsere Nachfolger unsere Geschichte erforschen, werden sie sich wundern, dass Klimawandel zu der jetzigen Zeit kein präsentes Thema ist. Er setzt sich damit auseinander, warum Klimawandel immer noch ein Sciencefiction Thema ist (neben Alien- und Weltraumbesiedlungsgeschichten) und in der Belletristik keinen Platz findet. Den Aspekt fand ich wirklich sehr interessant. Des Weiteren geht er auch auf die Verknüpfung von Macht und dem CO2-Ausstoß, sowie andere politische Themen ein. Sein Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und es ist eine willkommene Abwechslung, dass er es schafft, sich so kurz zu halten. Nur seine teilweise sehr pessimistische Einstellung hat es mir manchmal schwer gemacht, weiterzulesen.

Die große Verblendung  | Amitav Ghosh | Blessing | 23.10.17 | Hardcover | 256 Seiten | 22,99€
Du siehst, hier war kein Flop dabei. Alle drei Bücher sind durchaus lesenswert, auch wenn mich keins so richtig vom Hocker gehauen hat. Hast du noch Empfehlungen, die in diese Richtung gehen? 🙂

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