[Rezension] Verstecken gilt nicht! – Melina Royer

Ich bin nicht nur introvertiert, sondern auch noch schüchtern. Letzeres finde ich gar nicht gut und deswegen kam dieses Buch wie gerufen!

„Unsicher, verängstigt und von Selbstzweifeln geplagt – Melina Royer empfindet sich lange als schüchternsten Menschen auf dem Planeten. Bis sie eines Tages beschließt, sich nicht länger von ihrem Problem blockieren zu lassen, und sich eine Gegenstrategie verordnet: Raus dem Schattendasein, rein ins Leben. Sie beginnt auf Menschen zuzugehen, gründet ihren eigenen Blog zum Thema Selbstvertrauen, kündigt ihren ungeliebten Job, spricht öffentlich über ihre Schüchternheit. Stück für Stück kämpft sie sich aus ihrem Kokon hervor. Melina Royers Erfahrung: Wir müssen es nicht hinnehmen, dass unsere Ängste uns beherrschen. Es nicht versucht zu haben, tut viel mehr weh als zu scheitern.“
-Klappentext
Die meisten kennen das Buch wahrscheinlich über Melina Royers Blog „Vanilla Mind“, den ich allerdings erst durch dieses Buch entdeckt habe. Vieles auf dem Blog und in dem Buch überschneidet sich, aber man entdeckt trotzdem einige neue Ansätze.

Ich muss sagen, dass mich solche „Selbsthilfebücher“ immer ein wenig abschrecken. Finde alleine die Bezeichnung schon total schlimm. Aber wieso überhaupt? Was ist daran so schlimm, an sich zu arbeiten, wenn man nicht zu 100% zufrieden ist?

Was mich am meisten überzeugt hat ist in etwa die erste Hälftedes Buchs. Dort beschreibt sie vor allem das Leben als sehr schüchterner Mensch und erklärt auch, woher sowas kommen kann, was die Begleiterscheinungen sind und wie diese entstehen. Zum Beispiel wusste ich nicht, dass Perfektionismus damit zusammenhängen kann bzw. meistens hängt. Durch solch ein Verständnis lässt sich viel, viel leichter daran arbeiten.

Darüber hinaus merkt man, dass sie wirklich viel Zeit und Arbeit in die Recherche gesteckt hat. Schön fand ich auch, dass sie Introversion und Schüchternheit nicht in einen Topf wirft (ich habe ebenfallsetwas dazu geschrieben, wenn es dich interessiert klicke einfach hier) und auch den Fall der schüchternen Extrovertierten aufgreift.

Trotz allem ist es natürlich kein Psychologiebuch in dem Sinne. Sie beschreibt vor allem ihren Weg und ihre Erkenntnisse und versucht eben, Tipps zu geben, wie man „vom schüchternsten Menschen“ zu einer völlig neuen Person wird. Denn genau diese Wandlung hat sie hinter sich und deswegen finde ich die Erfahrungen und Tipps so wertvoll.

Übrigens hat sie einen sehr tollen und humorvollen Schreibstil. Den kannst du natürlich auch auf ihrem Blog schon vorfinden. Es wirkt, als würde man sich mit ihr unterhalten, was ich extreeeem angenehm fand. Neben dem tollen Schreibstil ist natürlich aber auch die Aufmachung nicht zu vergessen! Ich persönlich bin jetzt nicht so der Rosa-Mensch, aber ich finde es trotzdem sehr, sehr schön. Es steckt viel Liebe im Detail und auch die Schrift ist toll gewählt. Bilder unterstreichen das Geschriebene.

Während sich die erste Hälfte des Buches eher mit der Analyse und Aufklärung beschäftigt, hat die zweite Hälfte eher diesen „Selbsthilfebuch“-Charakter, der mir dann auch ein bisschen weniger gefallen hat. Tatsächlich hat mir auch das reine Verständnis der ersten Hälfte mehr gebracht, als die Tipps der zweiten. Direkt eine Woche nach dem Buch habe ich sogar ein Referat ohne Karteikarten gehalten haha. Es hat mir definitv einige gute, neue Ansichten vermittelt und ich denke, dass es eine große Unterstützung in der nächsten Zeit sein wird.

Ein gut recherchiertes „Mutmachbuch“, wie die Autorin es selbst bezeichnet, das definitiv seinen Sinn erfüllt. Es hat eine angenehme Mischung aus Akzeptanz und Veränderung und gibt für letzteres hilfreiche Tipps und vor allem Denkansätze. Definitiv eine Empfehlung für alle, die auch von ihren Ängsten genervt sind. 

Verstecken gilt nicht! | Melina Royer | Kailash | 2.09.17 | Broschiert | 224 Seiten |  12,00€

4 Kommentare zu „[Rezension] Verstecken gilt nicht! – Melina Royer“

  1. Hey!
    Danke für die hilfreiche Rezension 🙂
    Es freut mich sehr, dass du was aus diesem "Mutmachbuch" für dich mitnehmen konntest und sogar schon kleine Veränderungen/Erfolge erzielen konntest.
    Ich werde es mir definitiv kaufen.

    Liebe Grüße,
    Nicci

  2. Hey,

    solch Bücher finde ich super! Und wenn sie dann auch wirlich "helfen" direkt noch besser. 🙂

    Mich hat meine eigene Schüchternheit auch total genervt. Aber ich konnte sie anders los werden, da ich einfach ins kalte Wasser geworfen wurde und lernen musste, die zu überwinden… 😉

    Hab einen tollen Abend.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

  3. Hey Füchschen,

    Das hört sich doch mal interessant an. Klingt nach einem Buch, dass auch mir neue Erkenntnisse bringen kann und ich finde den Gedanken „hilf dir selbst“ gar nicht so schlecht, bedeutete es doch, dass man bereit ist, selbst an sich zu arbeiten. Und rosa klingt super hehe :,D

    Grüße aus dem Wunderland

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